Warum die Mietwagenkonzession in Köln der schnellere Weg ist
Wer in Köln in die Personenbeförderung einsteigen will, steht vor einer klaren strategischen Entscheidung: Taxi oder Mietwagen. Für Gründer und Plattform-Fahrer ist die Mietwagenkonzession nach § 49 PBefG in aller Regel der schnellere und planbarere Weg. Der entscheidende Grund: Anders als beim Taxi gibt es keine Bedürfnisprüfung. Die Stadt darf einen Mietwagenantrag nicht mit dem Argument ablehnen, der Markt sei bereits gesättigt. Sind Ihre persönlichen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt, muss die Genehmigung erteilt werden — realistisch in 4 bis 8 Wochen.
Zum Vergleich: Auf eine Taxikonzession warten Kölner Erstantragsteller je nach Bezirk und Härtefall zwischen sechs und zwölf Monaten. Dieser Zeitvorteil macht die Mietwagenkonzession zum bevorzugten Einstieg für alle, die über Uber, Bolt oder FreeNow fahren wollen — denn diese Plattformen vermitteln in Köln ganz überwiegend an lizenzierte Mietwagenunternehmen, nicht an Taxis.
Köln ist dabei kein kleiner Markt: Zum Jahresende 2025 zählte die Stadt 1.614 Mietwagen-Genehmigungen bei 328 Mietwagenunternehmen — deutlich mehr als die rund 1.138 aktiven Taxikonzessionen. Der Mietwagenverkehr ist in der Domstadt also längst kein Nischensegment mehr, sondern ein etablierter, wachsender Teil des Personenverkehrs.
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Ich rate Kölner Gründern fast immer zum Doppelmodell: Mietwagenkonzession zuerst beantragen, weil sie in wenigen Wochen da ist und sofort Umsatz über die Plattformen erlaubt. Die Taxikonzession kann man parallel als Zweitantrag laufen lassen. So verlieren Sie keine Monate im Wartesaal des Amtes, während die laufenden Kosten schon anfallen.
Zuständige Behörde in Köln
Zuständig für die Mietwagen-Genehmigung ist in Köln das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Köln, Fachbereich verkehrsgewerbliche Genehmigungen. Die IHK Köln nimmt die Unternehmerfachkunde ab, die Führerscheinstelle den Fahrgastbeförderungsschein.
| Behörde | Aufgabe | Standort (zur Verifizierung) |
|---|---|---|
| Stadt Köln, Amt für öffentliche Ordnung | Erteilung der Mietwagen-Genehmigung nach PBefG §49 | Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 3, 50679 Köln |
| IHK Köln | Unternehmerfachkunde Taxi und Mietwagen nach §13 PBefG | Unter Sachsenhausen 10–26, 50667 Köln |
| Stadt Köln, Führerscheinstelle | P-Schein (Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung) | Max-Glomsda-Straße 4, 51105 Köln |
Die Stadt Köln stellt Antragsinformationen und Formulare online bereit (Produkt „Mietwagen-Genehmigung"). Aktuelle Sprechzeiten, Gebühren und den korrekten Fachbereich prüfen Sie vor Antragstellung bitte tagesaktuell auf stadt-koeln.de.
Ablauf der Genehmigung Schritt für Schritt
Der Weg zur Kölner Mietwagenkonzession folgt einem klaren Muster. Weil keine Bedürfnisprüfung dazwischenfunkt, hängt das Tempo fast nur an der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen.
- Qualifikation aufbauen. Unternehmerfachkunde bei der IHK Köln und P-Schein bei der Führerscheinstelle. Beides lässt sich parallel vorbereiten.
- Eigenkapital nachweisen. Bankbestätigung über die geforderte finanzielle Leistungsfähigkeit, in der Regel nicht älter als drei Monate.
- Antrag stellen. Antragsformular, erweitertes Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister, Fachkundenachweis, P-Schein und Eigenkapitalnachweis beim Amt für öffentliche Ordnung einreichen.
- Zuverlässigkeit prüfen lassen. Die Behörde bewertet Führungszeugnis, steuerliche Situation und Register. Ein sauberer Hintergrund beschleunigt alles.
- Genehmigung und Fahrzeugeinsatz. Nach Erteilung melden Sie das Fahrzeug an. Ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik ist Pflicht — eine Ortskundeprüfung müssen Sie hingegen nicht ablegen (dazu unten mehr).
Realistischer Zeithorizont von der vollständigen Antragstellung bis zur Erteilung: vier bis acht Wochen.
Voraussetzungen für die Mietwagenkonzession
Die formalen Anforderungen entsprechen weitgehend denen der Taxikonzession — nur ohne die Bedürfnisprüfung:
- Persönliche Zuverlässigkeit — erweitertes Führungszeugnis und Auszug aus dem Gewerbezentralregister ohne einschlägige Einträge.
- Finanzielle Leistungsfähigkeit — nach der regional geforderten Vorgabe in der Größenordnung von 2.250 EUR Eigenkapital für das erste und 1.250 EUR je weiteres Fahrzeug. Diese Werte sind als regionale Vorgabe zu verstehen und beim Amt zu bestätigen.
- Fachliche Eignung — die IHK-Unternehmerfachkunde nach § 13 PBefG. Sie ist auch 2026 verpflichtend und der zentrale Baustein, den Sie über einen Vorbereitungskurs sicher bestehen (Fachkunde Taxi und Mietwagen).
- P-Schein — die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung für jeden Fahrer, inklusive ärztlichem Gutachten.
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Der häufigste Grund für Verzögerungen ist nicht die Behörde, sondern ein zu spät bestellter Fachkundenachweis. Buchen Sie den IHK-Vorbereitungskurs, sobald Sie die Gründung ins Auge fassen — dann liegt die Bescheinigung schon vor, wenn Sie den Antrag einreichen.
Keine Ortskundeprüfung mehr — Navigationsgerät ist Pflicht
Ein hartnäckiges Missverständnis: Viele Gründer fürchten sich in Köln noch vor der Ortskundeprüfung. Diese Hürde existiert nicht mehr. Seit dem 2. August 2021 gibt es bundesweit — und damit auch in Köln — keine verpflichtende Ortskundeprüfung mehr für Fahrer im Taxi- und Mietwagenverkehr. An ihre Stelle trat die Pflicht, ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik im Fahrzeug vorzuhalten. Wer eine gängige Navigations-App oder ein festeingebautes System nutzt, erfüllt diese Anforderung. Die Ortskunde ist heute also keine Zugangshürde mehr, sondern erledigt sich durch die Technik im Fahrzeug.
Plattform- und Marktszene in Köln
Köln ist einer der aktivsten Plattform-Märkte Nordrhein-Westfalens. Fahrten werden hier laut Stadt ganz überwiegend über Uber und Bolt vermittelt, FreeNow ist ebenfalls stark präsent und historisch eng mit dem Taxifunk verbunden. Für einen Mietwagenunternehmer bedeutet das: Nach Erteilung der Konzession können Sie sich bei mehreren Plattformen gleichzeitig registrieren und Ihre Auslastung streuen.
Wichtig für Ihre Kalkulation 2026: Die Stadt Köln arbeitet an einem Mindestbeförderungsentgelt für Mietwagenfahrten. Im Gespräch ist ein Mindestpreis in Höhe von rund 80 Prozent des Taxitarifs — nach den bislang genannten Werten läge eine Mietwagenfahrt damit bei mindestens etwa 15,52 EUR. Hintergrund ist der von der Stadt beobachtete Preiswettbewerb der Plattformen. Zusätzlich hat die Ordnungsbehörde 2025 einen Datenabgleich mit Uber und Bolt und verstärkte Kontrollen eingeführt, die 2026 fortgesetzt werden. Für seriös arbeitende Unternehmer ist das eine gute Nachricht: Der Markt wird fairer, Dumping-Anbieter geraten unter Druck. Wer die Regeln kennt und einhält, profitiert (Uber, Bolt und FreeNow legal fahren).
Abgrenzung zur Taxikonzession
Mietwagen und Taxi unterliegen beide dem PBefG, funktionieren im Alltag aber grundlegend anders. Die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Taxi | Mietwagen (§49 PBefG) |
|---|---|---|
| Bedürfnisprüfung | ja, Kontingent begrenzt | nein |
| Wartezeit auf Genehmigung in Köln | 6 bis 12 Monate | 4 bis 8 Wochen |
| Bereithalten am Halteplatz | erlaubt | verboten |
| Rückkehrpflicht zum Betriebssitz | nein | ja, nach jedem Auftrag |
| Fahrten | Halteplatz, Winken, Bestellung | nur vorbestellt |
| Preise | kommunale Tarifbindung | frei kalkulierbar |
| Umsatzsteuer | 7 % (Nahverkehr) | 19 % |
Zwei Punkte müssen Sie als Mietwagenunternehmer immer beachten: Sie dürfen nicht am Straßenrand oder Standplatz auf Kundschaft warten und müssen nach jedem Auftrag zum Betriebssitz zurückkehren, solange kein neuer Auftrag vorliegt. Dafür sind Sie an keine kommunale Tarifordnung gebunden und kalkulieren Ihre Preise frei — im Rahmen eines künftigen Mindestentgelts. Wer die Modelle vollständig gegenüberstellen will, findet die Details im Leitfaden zur Taxikonzession Köln.
Häufige Fragen zur Mietwagenkonzession Köln
Wie lange dauert die Mietwagenkonzession in Köln?
Bei vollständigen Unterlagen realistisch vier bis acht Wochen. Weil keine Bedürfnisprüfung stattfindet, entscheidet vor allem die Vollständigkeit Ihres Antrags über das Tempo.
Brauche ich in Köln eine Ortskundeprüfung?
Nein. Seit dem 2. August 2021 gibt es bundesweit keine verpflichtende Ortskundeprüfung mehr. Pflicht ist stattdessen ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik im Fahrzeug.
Kann ich mit einer Mietwagenkonzession für Uber und Bolt fahren?
Ja. Uber, Bolt und FreeNow vermitteln in Köln überwiegend an lizenzierte Mietwagenunternehmen. Mit erteilter Konzession und P-Schein können Sie sich bei mehreren Plattformen anmelden.
Was kostet die finanzielle Leistungsfähigkeit?
Als regionale Vorgabe gilt eine Größenordnung von 2.250 EUR Eigenkapital für das erste und 1.250 EUR je weiteres Fahrzeug. Den genauen Nachweis bestätigt Ihnen das Amt für öffentliche Ordnung.
Muss ich die Umsatzsteuer beachten?
Ja. Für Mietwagenfahrten gilt der volle Steuersatz von 19 Prozent, während Taxifahrten im Nahverkehr nur mit ermäßigten 7 Prozent besteuert werden. Das gehört fest in Ihre Preiskalkulation.
Ihr nächster Schritt in den Kölner Markt
Die Mietwagenkonzession ist Ihr schnellster legaler Einstieg in Köln — vorausgesetzt, Fachkunde und Unterlagen sitzen. Genau hier setzen wir an. Das Bildungszentrum Verkehr bereitet Sie zielgerichtet auf die IHK-Unternehmerfachkunde vor und begleitet Sie durch Antrag und Gründung.
Vertiefen Sie die Grundlagen im Komplettleitfaden Mietwagenkonzession beantragen und lassen Sie sich in unserer Gründungsberatung mit konkretem NRW-Marktwissen auf den Kölner Start vorbereiten. Wer über eine Bündelung mit Ridepooling-Modellen nachdenkt, findet Orientierung im Beitrag zu Ridepooling nach § 50 PBefG.
