Warum die Mietwagenkonzession in Dortmund der schnellere Weg ist
Wer in Dortmund in die Personenbeförderung einsteigen will, steht vor einer strategischen Grundsatzentscheidung: Taxi oder Mietwagen. Für Gründer und Plattform-Fahrer ist die Mietwagenkonzession nach § 49 PBefG in aller Regel der schnellere und planbarere Weg. Der entscheidende Grund: Anders als beim Taxi gibt es keine Bedürfnisprüfung. Die Stadt darf einen Mietwagenantrag nicht mit dem Argument ablehnen, der Markt sei schon gesättigt. Sind Ihre persönlichen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt, muss die Genehmigung erteilt werden.
Der Unterschied ist in Dortmund besonders drastisch. Für den Taxenverkehr führt die Stadt eine Warteliste — neue Taxikonzessionen werden derzeit nicht zugeteilt, wer eine will, reicht das Formular „Antrag Warteliste" ein und wartet. Die Mietwagenkonzession kennt diese Sperre nicht. Genau deshalb ist der Dortmunder Mietwagenmarkt seit dem Markteintritt der App-Plattformen 2023 regelrecht explodiert: Die Zahl der Mietwagenunternehmen stieg um rund 72 Prozent, während die Zahl der Taxianbieter seit 2014 um etwa 23 Prozent zurückging.
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Ich rate Dortmunder Gründern klar zur Mietwagenkonzession als Einstieg. Solange die Stadt für Taxis eine Warteliste führt, ist der Mietwagen der einzige Weg, der Sie planbar und in wenigen Wochen auf die Straße bringt. Wer trotzdem langfristig ein Taxi will, setzt sich parallel auf die Warteliste — verliert aber bis dahin keine Monate ohne Umsatz.
Zuständige Behörde in Dortmund
Zuständig für die Erteilung der Mietwagen-Genehmigung ist die Stadt Dortmund als Genehmigungsbehörde nach dem PBefG. Das Produkt heißt im Serviceportal „Gewerblicher Personenverkehr"; das Antragsformular und die Merkblätter stellt die Stadt über ihr Serviceportal online bereit. Die IHK zu Dortmund nimmt die Unternehmerfachkunde ab, die Führerscheinstelle den Fahrgastbeförderungsschein.
| Behörde | Aufgabe | Hinweis (zur Verifizierung) |
|---|---|---|
| Stadt Dortmund, Genehmigungsbehörde nach PBefG | Erteilung der Mietwagen-Genehmigung nach § 49 PBefG | Produkt „Gewerblicher Personenverkehr" auf dortmund.de |
| IHK zu Dortmund | Unternehmerfachkunde Taxi und Mietwagen nach § 13 PBefG | Märkische Straße 120, 44141 Dortmund |
| Stadt Dortmund, Führerscheinstelle | P-Schein (Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung) | über dortmund.de, Termin empfohlen |
Den genauen Fachbereich, die Sprechzeiten und die aktuellen Gebühren prüfen Sie vor Antragstellung bitte tagesaktuell auf dortmund.de. Für die Antragsbearbeitung ist laut Stadt kein persönlicher Termin nötig — die Unterlagen können vollständig eingereicht werden.
Ablauf der Genehmigung Schritt für Schritt
Der Weg zur Dortmunder Mietwagenkonzession folgt einem klaren Muster. Weil keine Bedürfnisprüfung dazwischenfunkt, hängt das Tempo fast nur an der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen.
- Qualifikation aufbauen. Unternehmerfachkunde bei der IHK zu Dortmund und P-Schein bei der Führerscheinstelle. Beides lässt sich parallel vorbereiten.
- Eigenkapital nachweisen. Bankbestätigung über die geforderte finanzielle Leistungsfähigkeit, in der Regel nicht älter als drei Monate.
- Antrag stellen. Antragsformular, erweitertes Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister, Fachkundenachweis, Unbedenklichkeitsbescheinigung der BG Verkehr, Fahrzeugliste und Eigenkapitalnachweis bei der Stadt Dortmund einreichen.
- Zuverlässigkeit prüfen lassen. Die Behörde bewertet Führungszeugnis, steuerliche Situation und Register. Ein sauberer Hintergrund beschleunigt alles.
- Genehmigung und Fahrzeugeinsatz. Nach Erteilung melden Sie das Fahrzeug an. Ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik ist Pflicht — eine Ortskundeprüfung müssen Sie hingegen nicht ablegen (dazu unten mehr).
Die Stadt Dortmund entscheidet nach Eingang vollständiger Unterlagen innerhalb von drei Monaten. In der Praxis liegt eine unkomplizierte Mietwagen-Genehmigung bei sauberer Aktenlage häufig schon in vier bis acht Wochen vor.
Voraussetzungen für die Mietwagenkonzession
Die formalen Anforderungen entsprechen weitgehend denen der Taxikonzession — nur ohne die Bedürfnisprüfung:
- Persönliche Zuverlässigkeit — erweitertes Führungszeugnis und Auszug aus dem Gewerbezentralregister ohne einschlägige Einträge.
- Finanzielle Leistungsfähigkeit — nach § 2 PBZugV 2.250 EUR Eigenkapital für das erste und 1.250 EUR je weiteres Fahrzeug. Den genauen Nachweis bestätigt Ihnen die Genehmigungsbehörde.
- Fachliche Eignung — die IHK-Unternehmerfachkunde nach § 13 PBefG. Sie ist auch 2026 verpflichtend und der zentrale Baustein, den Sie über einen Vorbereitungskurs sicher bestehen (Fachkunde Taxi und Mietwagen).
- P-Schein — die Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung für jeden Fahrer, inklusive ärztlichem Gutachten.
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Der häufigste Grund für Verzögerungen ist nicht die Behörde, sondern ein zu spät bestellter Fachkundenachweis. Buchen Sie den IHK-Vorbereitungskurs, sobald Sie die Gründung ins Auge fassen — dann liegt die Bescheinigung schon vor, wenn Sie den Antrag einreichen, und die Drei-Monats-Frist der Stadt läuft nicht ins Leere.
Keine Ortskundeprüfung mehr — Navigationsgerät ist Pflicht
Ein hartnäckiges Missverständnis: Viele Gründer fürchten sich noch vor der Ortskundeprüfung. Diese Hürde existiert nicht mehr. Seit dem 2. August 2021 gibt es bundesweit — und damit auch in Dortmund — keine verpflichtende Ortskundeprüfung mehr für Fahrer im Taxi- und Mietwagenverkehr. An ihre Stelle trat die Pflicht, ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik im Fahrzeug vorzuhalten. Wer eine gängige Navigations-App oder ein festeingebautes System nutzt, erfüllt diese Anforderung. Ein darüber hinausgehender Fahrer-Fachkundenachweis ist Ländersache und aktuell nicht bundesweit in Kraft — ob in Dortmund etwas gilt, erfragen Sie bei der Behörde.
Plattform- und Marktszene in Dortmund
Dortmund ist einer der dynamischsten Plattform-Märkte des Ruhrgebiets. Fahrten werden hier ganz überwiegend über Uber und Bolt vermittelt. Wichtig zu verstehen: Die Plattformen besitzen selbst keine Konzession, sie vermitteln Aufträge nur an lizenzierte Mietwagenunternehmen. Ihre Konzession ist also die Eintrittskarte — danach können Sie sich bei mehreren Plattformen gleichzeitig registrieren und Ihre Auslastung streuen.
Für Ihre Kalkulation 2026 ist die Dortmunder Regulierung entscheidend. Die Stadt hat auf den Preiswettbewerb reagiert und führt ein Mindestentgelt für Mietwagenfahrten ein, um faire Bedingungen zwischen Taxi und App-Mietwagen herzustellen. Parallel wurde der Taxitarif angehoben: Der Grundpreis der Tagfahrt stieg auf 5,00 EUR, der erste Kilometer auf 2,80 EUR und jeder weitere Kilometer auf 2,20 EUR. Für seriös arbeitende Unternehmer ist das eine gute Nachricht — der Markt wird kalkulierbarer, reine Dumping-Anbieter geraten unter Druck. Die genaue Höhe und den Geltungsbeginn des Mindestentgelts sollten Sie vor dem Start bei der Stadt bestätigen lassen (Uber, Bolt und FreeNow legal fahren).
Abgrenzung zur Taxikonzession
Mietwagen und Taxi unterliegen beide dem PBefG, funktionieren im Alltag aber grundlegend anders. Die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Taxi | Mietwagen (§ 49 PBefG) |
|---|---|---|
| Bedürfnisprüfung | ja, Kontingent begrenzt | nein |
| Zugang in Dortmund | Warteliste, derzeit keine Zuteilung | jederzeit bei erfüllten Voraussetzungen |
| Bereithalten am Halteplatz | erlaubt | verboten |
| Rückkehrpflicht zum Betriebssitz | nein | ja, nach jedem Auftrag |
| Fahrten | Halteplatz, Winken, Bestellung | nur vorbestellt |
| Preise | kommunale Tarifbindung | frei, im Rahmen des Mindestentgelts |
| Umsatzsteuer | 7 % (Nahverkehr) | 19 % |
Zwei Punkte müssen Sie als Mietwagenunternehmer immer beachten: Sie dürfen nicht am Straßenrand oder Standplatz auf Kundschaft warten und müssen nach jedem Auftrag zum Betriebssitz zurückkehren, solange kein neuer Auftrag vorliegt. Dafür sind Sie an keine kommunale Tarifordnung gebunden und kalkulieren Ihre Preise frei — im Rahmen des künftigen Mindestentgelts. Wer die Modelle vollständig gegenüberstellen will, findet die Details im Leitfaden zur Taxikonzession Dortmund.
Häufige Fragen zur Mietwagenkonzession Dortmund
Wie lange dauert die Mietwagenkonzession in Dortmund?
Die Stadt entscheidet nach Eingang vollständiger Unterlagen innerhalb von drei Monaten. Bei sauberer Aktenlage liegt eine Mietwagen-Genehmigung häufig schon in vier bis acht Wochen vor, weil keine Bedürfnisprüfung stattfindet.
Gibt es für Mietwagen auch eine Warteliste wie beim Taxi?
Nein. Die Warteliste betrifft nur den Taxenverkehr, für den die Stadt Dortmund die Konzessionen kontingentiert. Für Mietwagen gibt es keine Bedürfnisprüfung und keine Warteliste — Sie erhalten die Genehmigung, sobald Ihre Voraussetzungen erfüllt sind.
Brauche ich in Dortmund eine Ortskundeprüfung?
Nein. Seit dem 2. August 2021 gibt es bundesweit keine verpflichtende Ortskundeprüfung mehr. Pflicht ist stattdessen ein Navigationsgerät nach dem Stand der Technik im Fahrzeug.
Kann ich mit einer Mietwagenkonzession für Uber und Bolt fahren?
Ja. Uber und Bolt vermitteln in Dortmund an lizenzierte Mietwagenunternehmen. Mit erteilter Konzession und P-Schein können Sie sich bei mehreren Plattformen anmelden und Ihre Auslastung streuen.
Muss ich das Mindestentgelt und die Umsatzsteuer beachten?
Ja. Für Mietwagenfahrten gilt der volle Steuersatz von 19 Prozent, während Taxifahrten im Nahverkehr nur mit ermäßigten 7 Prozent besteuert werden. Zusätzlich führt Dortmund ein Mindestentgelt für Mietwagenfahrten ein — dessen genaue Höhe gehört fest in Ihre Preiskalkulation.
Ihr nächster Schritt in den Dortmunder Markt
Die Mietwagenkonzession ist Ihr schnellster legaler Einstieg in Dortmund — vorausgesetzt, Fachkunde und Unterlagen sitzen. Genau hier setzen wir an. Das Bildungszentrum Verkehr bereitet Sie zielgerichtet auf die IHK-Unternehmerfachkunde vor und begleitet Sie durch Antrag und Gründung.
Vertiefen Sie die Grundlagen im Komplettleitfaden Mietwagenkonzession beantragen und lassen Sie sich in unserer Gründungsberatung mit konkretem NRW-Marktwissen auf den Dortmunder Start vorbereiten. Wer über eine Bündelung mit Ridepooling-Modellen nachdenkt, findet Orientierung im Beitrag zu Ridepooling nach § 50 PBefG.
