Das Frageformat verstehen – die Grundlage einer erfolgreichen Vorbereitung
Eine fundierte Vorbereitung beginnt mit der Kenntnis des Prüfungsformats. Wer weiß, in welcher Form Wissen abgefragt wird, lernt zielgerichteter und tritt souveräner zur Prüfung an. Der folgende Beitrag erläutert die Struktur der IHK-Fachkundeprüfung und veranschaulicht sie anhand typischer Beispielfragen mit Musterantworten aus den vier Sachgebieten. Eine vollständige Einordnung der Prüfung in den Weg zur Konzession finden Sie in unserem Überblicksbeitrag Fachkunde Taxi & Mietwagen.
Das Wichtigste in Kürze: Die Prüfung kombiniert Multiple-Choice-Aufgaben, offene Fragen und Rechenaufgaben (Kalkulation). Geprüft werden Recht, kaufmännische Betriebsführung, technische Normen und Verkehrssicherheit. Die folgenden Aufgaben dienen ausschließlich der Veranschaulichung des Formats; der konkrete Prüfungsumfang wird von der jeweiligen IHK festgelegt.
Die vier Sachgebiete im Überblick
Die Fachkundeprüfung gliedert sich in vier Sachgebiete, die jeweils eigene Frageformate begünstigen. Die folgende Tabelle dient als grobe Orientierung; die tatsächliche Gewichtung legt die zuständige IHK fest und kann abweichen.
| Sachgebiet | Beispiel-Themen | Typisches Format | Grobe Gewichtung |
|---|---|---|---|
| Personenbeförderungsrecht | PBefG, PBZugV, Konzession, Rückkehrpflicht | offene Fragen, Multiple Choice | hoch |
| Kaufmännische Betriebsführung | Kalkulation, Taxameter-Tarif, Buchführung, Kosten | Rechenaufgaben | mittel–hoch |
| Technische Normen | HU, Eichung, Fahrzeugausstattung | Multiple Choice, kurze offene Fragen | mittel |
| Straßenverkehrssicherheit | Zuverlässigkeit, Ladungssicherung, Fahrgastsicherheit | offene Fragen, Fallbeispiele | mittel |
Praxishinweis: Der Rechtsteil bildet erfahrungsgemäß den Schwerpunkt. Wer hier sicher ist, baut sich einen komfortablen Vorsprung auf – die übrigen Sachgebiete bauen vielfach auf rechtlichen Grundbegriffen auf.
Sachgebiet 1: Personenbeförderungsrecht
Der Rechtsteil bildet den Schwerpunkt der Prüfung. Im Mittelpunkt stehen die Abgrenzung der Verkehrsformen, die Voraussetzungen der Konzession und die Pflichten des Unternehmers.
Beispielfrage 1: Worin unterscheiden sich Taxen- und Mietwagenverkehr nach dem PBefG?
Musterantwort: Taxen dürfen an behördlich zugelassenen Stellen bereitgehalten und auf der Straße herangewinkt werden; es gelten Betriebs-, Beförderungs- und Tarifpflicht. Mietwagen dürfen ausschließlich Aufträge ausführen, die am Betriebssitz eingegangen sind, und müssen nach jeder Fahrt unverzüglich zum Betriebssitz zurückkehren (Rückkehrpflicht, § 49 Abs. 4 PBefG), sofern kein neuer Auftrag vorliegt.
Beispielfrage 2: Welche persönlichen Voraussetzungen muss ein Unternehmer für die Konzession erfüllen?
Musterantwort: Verlangt werden Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung. Die fachliche Eignung wird in der Regel durch die bestandene IHK-Fachkundeprüfung nachgewiesen; die Anforderungen ergeben sich aus dem PBefG in Verbindung mit der PBZugV (Berufszugangsverordnung).
Beispielfrage 3: Wofür steht die PBZugV und welche Bedeutung hat sie für die Prüfung?
Musterantwort: Die PBZugV ist die Verordnung über den Zugang zum Beruf des Unternehmers im Straßenpersonenverkehr. Sie konkretisiert die Anforderungen an Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung und benennt die Sachgebiete, deren Beherrschung in der Fachkundeprüfung nachzuweisen ist.
Für die Prüfung relevant: Entscheidend ist die saubere Abgrenzung der Verkehrsformen und das sichere Beherrschen der drei Zugangsvoraussetzungen. Die Schlüsselbegriffe lauten Bereithaltung, Tarifpflicht, Rückkehrpflicht sowie Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Fachkunde.
Sachgebiet 2: Kaufmännische und finanzielle Betriebsführung
Dieses Sachgebiet enthält regelmäßig Rechenaufgaben. Geprüft werden das Verständnis von Umsatz- und Kostengrößen, die Grundlogik des Taxameter-Tarifs und einfache kaufmännische Zusammenhänge.
Beispielaufgabe 1: Ein Taxi legt im Monat 4.000 km zurück, davon 2.500 km besetzt. Der durchschnittliche Umsatz beträgt 1,80 € je Besetzt-Kilometer. Wie hoch ist der Monatsumsatz?
Musterlösung: 2.500 km × 1,80 € = 4.500 €. Maßgeblich sind die besetzten Kilometer, nicht die Gesamtfahrleistung.
Beispielaufgabe 2: Wie setzt sich der Fahrpreis nach einem kommunalen Taxitarif grundsätzlich zusammen?
Musterantwort: Der Fahrpreis besteht typischerweise aus einer Grundgebühr (Antrittspauschale), einem Kilometertarif für die zurückgelegte Strecke und – bei langsamer Fahrt oder Stillstand – einer Wartezeit- bzw. Zeittaktkomponente. Die konkreten Werte legt die jeweilige Kommune in ihrer Taxitarifordnung fest und können daher von Ort zu Ort erheblich abweichen.
Beispielaufgabe 3: Warum ist die Unterscheidung von Fixkosten und variablen Kosten für die Kalkulation wichtig?
Musterantwort: Fixkosten (z. B. Versicherung, Konzessionsabgaben) fallen unabhängig von der Fahrleistung an, variable Kosten (z. B. Kraftstoff, Verschleiß) steigen mit den gefahrenen Kilometern. Nur wer beide Kostenarten kennt, kann beurteilen, ab welcher Auslastung ein Fahrzeug wirtschaftlich arbeitet.
Für die Prüfung relevant: Achten Sie auf die korrekte Bezugsgröße. Der häufigste Fehler besteht darin, mit der Gesamtkilometerzahl statt mit den besetzten Kilometern zu rechnen. Üben Sie zudem die Tarifbestandteile, ohne sich auf konkrete Eurobeträge festzulegen – diese variieren je nach Kommune.
Sachgebiet 3: Technische Normen und technischer Betrieb
Hier geht es um die vorgeschriebene Ausstattung des Fahrzeugs sowie um wiederkehrende Prüf- und Eichpflichten.
Beispielfrage 1: Welche wiederkehrenden Prüfungen sind für ein Taxi vorgeschrieben?
Musterantwort: Die Hauptuntersuchung (HU) sowie die für das Taxameter erforderliche Eichung. Hinzu kommen die regelmäßige Wartung und die Einhaltung der Vorgaben zur Fahrzeugausstattung (u. a. Taxischild, Wegstreckenzähler/Taxameter).
Beispielfrage 2: Welche Funktion erfüllt das Taxameter und warum unterliegt es der Eichpflicht?
Musterantwort: Das Taxameter berechnet den Fahrpreis aus Wegstrecke und Wartezeit nach dem geltenden Tarif. Da es Grundlage der Abrechnung gegenüber dem Fahrgast ist, muss es geeicht sein; die Eichung stellt die Messrichtigkeit sicher und schützt sowohl Fahrgast als auch Unternehmer.
Beispielfrage 3: Welche Ausstattungsmerkmale kennzeichnen ein Taxi nach außen?
Musterantwort: Charakteristisch sind das beleuchtete Taxischild (Dachzeichen), die einheitliche hellelfenbeinfarbene Lackierung (sofern landesrechtlich vorgeschrieben) sowie das fest eingebaute, geeichte Taxameter. Diese Merkmale dienen der Erkennbarkeit und der Tarifkontrolle.
Praxishinweis: Technikfragen sind oft als Multiple Choice gestellt. Lernen Sie die Begriffe HU, Eichung und die Pflichtausstattung sicher – sie tauchen in unterschiedlichen Formulierungen wieder auf.
Sachgebiet 4: Straßenverkehrssicherheit
Dieses Sachgebiet verknüpft verkehrsrechtliche Pflichten mit unternehmerischer Verantwortung – von der Zuverlässigkeit bis zur sicheren Beförderung.
Beispielfrage 1: Welche Konsequenzen kann die Häufung von Verstößen für die Zuverlässigkeit des Unternehmers haben?
Musterantwort: Auch einzelne, für sich genommen geringere Verstöße können in der Gesamtschau die Unzuverlässigkeit nach § 13 PBefG begründen und damit die Konzession gefährden. Verkehrssicherheit und ein einwandfreies Führungsverhalten sind daher auch unternehmerisch von Bedeutung.
Beispielfrage 2: Was ist bei der Beförderung von Gepäck und Gegenständen im Hinblick auf die Ladungssicherung zu beachten?
Musterantwort: Mitgeführte Gegenstände und Gepäckstücke sind so zu verstauen oder zu sichern, dass sie bei einer Bremsung oder einem Ausweichmanöver weder Fahrgäste noch Fahrer gefährden. Lose Gegenstände im Innenraum können zu Geschossen werden; schwere Stücke gehören in den Kofferraum oder sind zu sichern.
Beispielfrage 3: Welche besonderen Sorgfaltspflichten bestehen bei der Beförderung von Kindern oder mobilitätseingeschränkten Fahrgästen?
Musterantwort: Es gelten die allgemeinen Sicherungsvorschriften, etwa zur Kindersicherung und zum Anschnallen, sowie eine erhöhte Sorgfalt beim sicheren Ein- und Aussteigen. Der Unternehmer trägt Verantwortung dafür, dass Fahrzeug und Fahrpersonal eine sichere Beförderung gewährleisten.
Für die Prüfung relevant: Verbinden Sie das Stichwort Zuverlässigkeit stets mit § 13 PBefG und denken Sie Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch als Pflicht gegenüber dem Fahrgast.
Methodisch richtig vorbereiten
Beispielfragen entfalten ihren Nutzen erst, wenn das zugrunde liegende Prinzip verstanden ist. Aus der Lehrpraxis empfehlen wir drei Grundsätze:
- In vollständigen Sätzen antworten. Insbesondere im mündlichen Teil zählt die Fähigkeit, einen Sachverhalt frei und präzise zu erläutern.
- Rechenwege statt Ergebnisse einüben. Kalkulationsaufgaben folgen festen Schemata; wer das Schema beherrscht, löst jede Variante.
- Unter Prüfungsbedingungen üben. Probeklausuren mit Zeitvorgabe decken Wissenslücken auf, bevor sie in der Prüfung relevant werden.
Strukturierte Vorbereitung statt einzelner Fragen
Einzelne Beispielfragen ersetzen keine vollständige Vorbereitung. In unserem Vorbereitungskurs IHK-Fachkunde Taxi & Mietwagen arbeiten Sie mit einem geprüften Aufgabenpool, Probeklausuren und Musterantworten zu allen vier Sachgebieten – fachlich begleitet von Dozenten mit Prüfungserfahrung.
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Häufige Fragen
In welchem Format wird die Fachkundeprüfung gestellt?
Die Prüfung kombiniert mehrere Aufgabentypen: Multiple-Choice-Fragen, offene Fragen zum freien Formulieren sowie Rechenaufgaben im Bereich der Kalkulation. Der genaue Aufbau wird von der zuständigen IHK festgelegt und kann regional leicht abweichen.
Gibt es einen schriftlichen und einen mündlichen Teil?
Ja. In der Regel besteht die Prüfung aus einem schriftlichen Teil und einem mündlichen Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss. Das mündliche Gespräch findet üblicherweise bei bestandenem schriftlichem Teil statt. Den genauen Ablauf beschreiben wir im Beitrag Fachkundeprüfung Taxi & Mietwagen: Kosten, Dauer & Ablauf.
Wie hoch ist die Bestehensgrenze?
Die Bestehensgrenze wird von der jeweiligen IHK festgelegt; üblich ist, dass eine ausreichende Gesamtleistung über die Sachgebiete hinweg erreicht werden muss und einzelne Teile nicht beliebig schwach ausfallen dürfen. Verbindliche Werte nennt Ihnen die für Sie zuständige IHK.
Kann ich die Prüfung wiederholen, wenn ich nicht bestehe?
In der Regel lassen sich einzelne Prüfungsteile wiederholen, ohne die gesamte Prüfung erneut ablegen zu müssen; hierfür fällt eine anteilige Gebühr an. Eine von Beginn an strukturierte Vorbereitung senkt das Risiko, überhaupt nachprüfen zu müssen.
Wie bereite ich mich am besten vor?
Empfehlenswert ist die systematische Erarbeitung aller vier Sachgebiete, ergänzt durch Probeklausuren unter Zeitvorgabe und das Einüben der Rechenschemata. Ein strukturierter Vorbereitungskurs mit Aufgabenpool und Musterantworten verkürzt den Lernweg deutlich.
Fazit
Die Fachkundeprüfung ist planbar: Wer das Frageformat kennt und mit realistischen Aufgaben übt, geht sicher in die Prüfung. Nutzen Sie Beispielfragen zum Verständnis – und eine strukturierte Vorbereitung zum Bestehen.
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Die angeführten Fragen sind Beispiele zur Veranschaulichung des Formats und keine Originalprüfungsfragen. Maßgeblich ist der Prüfungsumfang der für Sie zuständigen IHK. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Mai 2026 · Autor: Furkan Bakir · Bildungszentrum Verkehr
